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Ketevan Gurchiani

Professorin für Anthropologie, Ilia State University, Tiflis
Aufenthalt am Forschungskolleg Humanwissenschaften: Juni/Juli 2019; Juni/Juli 2026 Forschungsthema am Forschungskolleg Humanwissenschaften: »Die Durchlässigkeit von Orten: Der Fall der Innenhöfe von Tiflis« Projektbeschreibung: In meinem Projekt befasse ich mich mit traditionellen Häusern in Tiflis, die sich durch offene Balkone, gemeinschaftlich genutzte Innenhöfe und offene Türen auszeichnen. Durchlässigkeit ist hier nicht nur ein architektonisches Merkmal, sondern eine Lebensform mit ganz eigenen Handlungsangeboten und -beschränkungen. Das Projekt untersucht insbesondere das Zusammenleben verschiedener Gruppen in den Höfen und zeigt, wie die urbane Durchlässigkeit den Wechsel zwischen sprachlichen und religiösen Codes erleichtert. Die Innenhöfe und Gebäude lassen sich als »Bündel« beschreiben, die materielle Eigenschaften, Symbole und Affekte vereinen – Konfigurationen, die bestimmte Formen der Interaktion über religiöse Unterschiede hinweg gleichzeitig ermöglichen und beschneiden. Die bestehenden Strukturen sind wie Palimpseste, die verschiedene, noch immer vorhandene zeitliche Schichten zu Tage treten lassen. Die zentralen Fragen meines Projektes lauten: Unter welchen Bedingungen werden Räume oder Identitäten durchlässiger? Funktioniert Durchlässigkeit in alle Richtungen gleichermaßen? Gibt es Hierarchien, von denen abhängt, wer Grenzen überschreiten darf und wann? Wie hat sich die Durchlässigkeit im Laufe der Zeit verändert und warum? Hat die Infrastruktur des Zusammenlebens ihre verborgenen Schichten?
(Ketevan Gurchiani) Zusammenarbeit: 2019 war Ketevan Gurchiani auf Einladung von Isabell Diehm, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt, und dem LOEWE-Schwerpunkt »Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten« zu Gast am Kolleg. 2026 kooperiert sie mit Susanne Fehlings, stellv. Direktorin des Frobenius-Instituts für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt; der Aufenthalt wird gefördert vom LOEWE-Zentrum »Dynamiken des Religiösen: Ambivalente Nachbarschaften zwischen Judentum, Christentum und Islam in historischen und gegenwärtigen Konstellationen«.
Wissenschaftliches Profil von Ketevan Gurchiani Ketevan Gurchiani ist Professorin für Anthropologie und Leiterin des Forschungszentrums für
Anthropologie an der staatlichen Ilia-Universität in Tiflis, Georgien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Stadtanthropologie, Umwelt, Migration und Alltagsreligion.
Seit 2020 leitet Gurchiani das Projekt »Tbilisi as an Urban Assemblage«. Zuvor hat sie über die Religiosität junger Georgier im Zeitraum von 2015 bis 2018 gearbeitet. Derzeit ist sie als Kooperationspartnerin an verschiedenen Projekten beteiligt, am Projekt »Remembrance of Soviet Repressions in post-Soviet spaces« (gefördert von der Polnischen Akademie der Wissenschaften), am Projekt »Gardens Otherwise and Elsewhere« (gefördert vom National Research Council Canada) und an der EU-geförderten Forschungsinitiative HER-UKR, welche die Rolle des kulturellen Erbes in der EU-Außenpolitik, insbesondere mit Blick auf die Ukraine untersucht.
Webseite:
Weitere Informationen zu Ketevan Gurchiani finden Sie hier. Veröffentlichungen (Auswahl): - »The many lives of the dead: What cemeteries in Tbilisi do«, in: History and Anthropology (2025), S. 1-21.
- »Global aesthetics as an (im) perfect shelter: atmospheres of belonging and Russian migration in Tbilisi, Georgia«, in: Eurasian Geography and Economics (2025), S. 1-21.
- »Moral frameworks of commercial surrogacy in Georgia«, in: Journal of Cultural Economy (2025), S. 1-20.
- »Rivers between nature, infrastructure, and religion«, in: Central Asian Survey (2022), S. 1-20.
- »Die verborgene Macht der Bäume. Urbaner Widerstand in Tiflis«, in: Ferdinand Sutterlüty und Almut Poppinga (Hg.), Verdeckter Widerstand in demokratischen Gesellschaften, Frankfurt a. Main/New York 2022, S. 157-188.
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