Josef Früchtl

Professor für Philosophie, Universität von Amsterdam

Aufenthalt

Oktober‒November 2012

Forschungsthema

»Demokratie der Gefühle. Vom Nutzen der ästhetischen Kultur für das Politische«

Projektbeschreibung

In Zeiten der Globalisierung verschärft sich unter dem Begriff der »Post-Demokratie« für das politische System ein Problem, das der westlichen Welt seit dem Zeitalter der Aufklärung vor Augen steht. Wie ist es möglich, so lautet die Frage, Wahrheitsansprüche zu rechtfertigen auf der Basis des Rechts eines jeden Individuums, ja oder nein sagen zu können. Eine Antwort auf diese Frage hat das 18. Jahrhundert mit den Begriffen der Kritik, des Geschmacks, der Urteilskraft und des Gemeinsinns (common sense) gegeben. Über Geschmack zu streiten, heißt demnach, die Vergemeinschaftung einer Konfrontation zu ermöglichen: zwischen Begriffen und Bildern, Verstand und Phantasie, Sinn und Unsinn. Den weiten, auf das alltägliche Leben ausgeweiteten Bereich des Ästhetischen zeichnet aus, dass er seine Kraft aus dem Zusammenspiel eines solchen Gegensatzes zieht. Und diese Kraft kann man auch für den demokratischen Gemeinsinn fruchtbar machen. Die Rede von civil passions oder the sentimental citizen oder emotional democracy ist dann kein falsch verstandenes romantisches, sondern ein wohl verstandenes Aufklärungsideal.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Ästhetische Erfahrung und moralisches Urteil, Frankfurt a. Main: Suhrkamp 1996.
  • Mimesis. Konstellation eines Zentralbegriffes bei Adorno, Würzburg: Königshausen [&] Neumann1986.

Forschungskontext

Josef Früchtl folgt einer Einladung von Rainer Forst (Professor für Politische Theorie an der Goethe-Universität und Sprecher des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität). Sein Aufenthalt wird gefördert von der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung.

 

Josef Früchtl

Disziplin

Philosophie