Historisches Kolleg
Vortragsreihe zu Wilhelm II. wird im September weiter fortgesetzt

Mit John Röhl geht in die Sommerpause, was mit Christopher Clark begonnen hat: Bei der öffentlichen Vortragsreihe »Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit« sprach der emeritierte Geschichtsprofessor John Röhl, dessen dreibändige Wilhelm II.-Biographie als Standartwerk gilt, über den am Vorabend des Ersten Weltkriegs virulenten deutsch-englischen Gegensatz. Dieser sei nirgends so deutlich geworden wie in Hessen, wo die beiden Taunusschlösser Friedrichshof in Kronberg und Schloss Bad Homburg als Orte für Verhandlungen auf allerhöchster Ebene dienten.


John Röhl in der Bad Homburger Schlosskirche am 22. Juli 2014

Der in Cambridge lehrende Historiker Christopher Clark ist Autor des sowohl in der Wissenschaft als auch der Öffentlichkeit viel beachteten Buchs Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog und hatte die Vortragsreihe mit der Frage nach der Rolle Wilhelms II. in der europäischen Außenpolitik am Vorabend des Ersten Weltkriegs eröffnet. Clarks Antwort verortete die Bedeutung Wilhelms II. zwischen der Auffassung Röhls vom Kaiser als einem maßgeblichen Akteur und der des berühmten und jüngst verstorbenen Historikers Hans-Ulrich Wehler, der Wilhelm II. vielmehr als »Schattenkaiser« sah.

Die Vortragsreihe »Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit« ist eine Kooperationsveranstaltung der Verwaltung Staatliche Schlösser und Gärten Hessen sowie des Historischen Kollegs im Forschungskolleg Humanwissenschaften. Nächster Termin der Reihe ist am 9. September der Vortrag von Werner Plumpe, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt, über »Ein wilhelminisches Wirtschaftswunder? Wirtschaft und Gesellschaft 1890–1914«.

Programm: »Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit«

(FKH - 25.07.2014)