Fellows
rn»Die ›Modernismuskrise‹ der katholischen Kirche«
rnGiovanni Vian und Claus Arnold bereiten neues DFG-Projekt vorrnrnrn

Im August 2012 war Giovanni Vian, Professor für die Geschichte des Christentums an der Universität in Venedig, auf Einladung seines Frankfurter Kollegen Claus Arnold zu Gast am Forschungskolleg Humanwissenschaften. Während seines Aufenthalts hat Vian zum einen am Qualifizierungsprogramm des Graduiertenkollegs »Theologie als Wissenschaft« mitgewirkt und insbesondere den Doktoranden Alessandro Aprile beraten. rnrn

rnrn

Zum anderen bereitete er gemeinsam mit Claus Arnold, Professor für Kirchengeschichte an der Goethe-Universität, ein neues internationales DFG-Projekt zur Entstehungsgeschichte, Umsetzung und Rezeption der »Enzklika Pascendi« vor. Das Projekt, an dem Wissenschaftler aus Italien, Frankreich, Brasilien, den USA, Österreich und Deutschland beteiligt sind, beginnt im Oktober 2013 mit einem Workshop in Rom. Die DFG-Förderung läuft bis 2016 und umfasst auch einen Workshop in Frankfurt 2014.rnrn

In der Enzyklika »Pascendi« verordnete Papst Pius X. im Jahr 1907 ein Bündel von Maßnahmen zur Repression des sog. »Modernismus«, den er zugleich als qualitativ neue Gesamthäresie der Moderne definierte. Die Bischöfe und Ordensoberen der Weltkirche hatten im Folgejahr 1908 und dann regelmäßíg alle drei Jahre über den Erfolg der Maßnahmen Bericht zu erstatten. Das Projekt erhebt erstmals diese in den römischen Archiven verstreuten Berichte und wertet sie komparatistisch aus. So entsteht ein internationales Panorama der Breitenwirkung des Antimodernismus bis 1914. Zugleich kommen die unterschiedlichen lokalen Interpretationen und Strategien (zur Immunisierung gegen die Repression wie zu ihrer Maximalisierung) in den Blick. Schließlich eröffnet sich der Blick auf den durchaus konkurrenzbestimmten innerkurialen Umgang mit den Berichten und auf ihre Bedeutung für die weitere antimodernistische Pragmatik unter Pius X.

(FKH - 06.09.2012)