Bad Homburg Conference 2018
Quo vadis EU? Interview mit Politikprofessorin Sandra Eckert

Im Vorfeld der Bad Homburg Conference 2018 befragte das Online-Magazin der Goethe-Universität Frau Professor Sandra Eckert über die Zukunft Europas. Frau Eckert hat an der Vorbereitung der zweitägigen öffentlichen Konferenz mitgewirkt.

Das Interview
Es gibt keinen Zweifel: In gleich mehrerlei Hinsicht steckt die EU in der Krise. Doch birgt die jetzige Situation bei aller Krisenhaftigkeit nicht auch Chancen? „Neue Perspektiven für Europa“ – unter diesem Titel befasst sich die zweite Ausgabe der Bad Homburg Conferences am 21. und 22. September im Forschungskolleg Humanwissenschaften mit der Zukunft Europas. Wir sprachen vorab mit Prof. Sandra Eckert, einer der Organisatorinnen der zweitägigen Konferenz.

Frau Prof. Eckert, US-Präsident Donald Trump geht klar auf Konfrontation mit der EU. Ist das für die Gemeinschaft eine Bedrohung oder eine Chance?

Sicherlich ist das eine Chance. Das ist wie beim Brexit: Nun merken wir, dass vieles, was bislang selbstverständlich war, in den transatlantischen Beziehungen, aber auch in Europa selbst, eben gar nicht so selbstverständlich ist. Dass man daran auch arbeiten muss. Wenn man sich die Entwicklung der vergangenen Jahre genauer anschaut, ist das ja schon bizarr: Meine erste Veranstaltung an der Goethe-Universität war zum Thema TTIP: Was heißt das für den Verbraucher- und Umweltschutz, diese amerikanische Auffassung von Freihandel? Und jetzt haben wir Angst vor dem amerikanischen Protektionismus. Jetzt wird Europa ja, was Handelspolitik angeht, liberaler sein und auch multilateraler als die USA, und das ist natürlich ein ganz gravierender Einschnitt, der durchaus auch Chancen bringt.
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(FKH - 18.09.2018)